Den 30% Dämon knacken – und 70% Potenzial erobern

Lesezeit: 7 Minuten

Dieser Artikel zeigt dir, wie du deinen eigenen Dämon unter Kontrolle bekommst. Du kannst den 30%-Dämon knacken. Du gehst jetzt los und eroberst deine stillen 70% echtes Potenzial!

Ich denke es immer wieder. „Das ist jetzt meine Grenze. Mehr geht nicht.“ Und die kleine Verlierer-Stimme in meinem Kopf sagt „Du hast doch schon genug gemacht. Ruh dich jetzt erst Mal aus.“ Es führt dazu das ich Dinge nicht tue. Darüber habe ich hier geschrieben.

Und auf der anderen Seite weiß ich doch, wie vieles ich schon erreicht habe. So oft habe ich weiter gemacht. Schritt für Schritt.

Wo ist die Grenze wirklich?

David Goggins nennt das die 40%-Regel. Wir hören auf, weil wir denken, dass unser Potenzial erschöpft ist. Dabei stehen wir bei gerade mal 40% von dem, was uns möglich ist.

Auch wissenschaftlich gibt es eine sehr ähnliche Aussage. Sie basiert auf einer Untersuchung. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die meisten aufgeben, wenn wir gerade mal 30% unserer möglichen Leistung erreicht haben. Das passt auch zu Goggins.

Es bedeutet natürlich nicht, dass die Dinge einfach so vom Himmel fallen, nur weil ich das wünsche. Sonst würden wahrscheinlich viele einen Ferrari fahren oder Spitzensportler sein. Nein. Es bedeutet auch Schmerz. In der Komfortzone passiert das jedenfalls nicht.

Schrittweise können wir diese Mauer durchbrechen. Das werde ich dir hier zeigen. Mit einem echten Beispiel. Schritt für Schritt im wahrsten Sinne des Wortes.

Inneres schlägt Äußeres

Mein inneres, höheres Sein hat etwas gelernt. Ich kann über alle unangenehmen Dinge hinauswachsen. Auch du bist in der Lage viel, viel mehr zu geben, als du glaubst.

Egal wo du stehst im Leben. Ganz gleich ob du auf der Straße lebst oder in einer Luxus-Villa. Egal wie deine Umstände sind. Jedes Mal trifft das zu: Wir glauben, dass wir alles gegeben haben. Aber es gibt immer andere Stufen.

Wie ist es sonst möglich, dass Menschen Dinge schaffen und erleben von denen andere sagen, dass sie unmöglich sind? Sie sind in Wirklichkeit nicht unmöglich. Es fehlt einzig der Wille das in die Tat umzusetzen.

Ist es wirklich ein verrücktes Unterfangen?

So bin ich einmal einen Ultra-Trail gelaufen. Ultra heißt es, weil es mehr ist als ein Marathon. Und Trail, weil es durch die Berge geht. Die offizielle Strecke misst 108 km. Unterwegs verläuft man sich noch ein Paar mal. So waren es am Ende gut 110 km in 16 Stunden.

Vorher dachte ich das es nicht möglich wäre. Aber ich war neugierig und bin an den Start gegangen. So hatte ich eine Menge Zeit mit meinem einzigen Feind zu kämpfen. Mein 30%-Dämon. Und ich war entschlossen ihn zu knacken.

Die ersten Schritte

Dieses Mal war etwas anders. Ich kam bis 25 km und dachte „Wow, schon etwas über 20% geschafft.“ Also lief ich weiter. Immer wieder lange Strecken allein. Da kommt man ins nachdenken. „Das ist ja noch nichts“ dachte ich. Diese kleine, fiese Stimme sagte „Du musst das nicht machen. Du könntest jetzt gemütlich zu Hause vor dem Fernseher sitzen.“ Aber ich wusste, dass ich das nicht wollte. Nicht mehr. Zu lange hatte ich das vorher schon gemacht.

So bin ich weiter gelaufen. Nach 52 km kam ich an eine Verpflegungsstation. Es ist unbeschreiblich wie gut eine einfache warme Suppe schmeckt, wenn man bis zu diesem Punkt gekommen ist.

Es wurde später und später. Jetzt wurden die Beine schwerer. Immer wieder lag der Fokus auf dem gerade sichtbaren Stück des Weges.

Absichtlich hatte ich keine Musik mitgenommen. Ich wollte die ganze Natur um mich herum mit allen Sinnen erleben. Es regnete jetzt. Einen kurzen Moment störte das. Doch dann spürte ich, wie wundervoll das ist. Ich spürte die sanften, kalten Tropfen auf meiner Haut.

Es war April. Doch es wurde langsam ungemütlich kalt. Schritt für Schritt ging es weiter. Manchmal half es wirklich nur den Fokus darauf zu legen weiter einen Fuß vor den anderen zu setzen. Tapp. Tapp, tapp, tapp.

Anderes Bewusstsein tut sich auf

Ich nehme nun auch bewusst Dinge wahr, die vorher völlig außerhalb meiner Aufmerksamkeit lagen. Ich roch die Natur. Auf diesem Abschnitt des Weges roch es stark nach Nadelbäumen.

Manche Augenblicke wurden nun quälend. „Da taucht gewiss an den einen Fuß gerade eine Blase auf“ dachte ich. In dem Moment sehr unangenehm. Ich weiß nicht, ob der Körper sich entweder daran gewöhnt oder die Aufmerksamkeit wieder auf andere Dinge fällt. Jedenfalls tut es irgendwann nicht mehr weh. Spätestens dann, wenn etwas anderes mehr schmerzt.

Langsam wurde es dunkel. Ich lief noch ohne mein Licht einzuschalten und genoss bewusst die Dämmerung. Jetzt fühlte man auch, dass es kälter wurde. Es waren wohl kaum mehr als 10° C. Zum Glück blieb mein Körper die ganze Zeit aufgrund der Bewegung warm. Zumindest warm genug, um es nicht als störend wahrzunehmen. Also genoss meine Lunge die klare Luft.

Ich ging langsam einen steilen Abschnitt hinauf. Jetzt drehte ich mich kurz um und genieße die Aussicht, die ich in der anderen Richtung habe. Und dann geht es mit mehr Spirit weiter.

Es ist einzigartig, als ich an den nächsten Checkpoint komme. Hier gibt es ein geräumiges, dauerhaftes Tipi im dem wir rasten können. Drinnen brennt ein kleines Feuer und ich genieße Suppe und allerlei andere Köstlichkeiten. Aber zu viel soll es auch nicht sein. Es geht ja noch etwas weiter. Also stopfe ich mir Kraftfutter (Nüsse, Fettbrot, etc.) in meine Taschen und halte einiges in den Händen als ich weiterlaufe.

Komfortzone beendet

Jetzt ist es unangenehmer die kühle Umgebung zu spüren. Die Kälte zeigte sich mehr. Es schneite sogar ganz kurz. So dauerte es ziemlich lange bis auch meine Hände wieder so warm waren, dass es nicht mehr unangenehm war. Ich hatte wieder mehr Kraft.

Die brauchte ich jetzt auch. Es war wirklich dunkel. Ich schaltete meine Kopflampe an. So richtig bin ich nie Freund geworden mit ihr. Doch nun ist der Moment gekommen. Es ist immer ein Rest von Anspannung in meinem Nacken geblieben, wenn ich mit Hilfe so einer Lampe gelaufen bin.

So war es auch diesmal. Immer wieder hielt ich kurz an und versuchte die Anspannung aus meinem Nacken eliminieren. Dazu machte ich Dehnungen. Es half aber nicht viel. Leider. Aber was solls. „Es fehlen ja nur noch 35 km.“ Nur sage ich zu mir selbst, weil ich bereits über 73 km gelaufen bin. So weit wie bisher mein längster Trail-Lauf. Ich bin stolz.

Doch leider machte das meine Beine jetzt auch nicht leichter. Aber egal. Ich weiß, dass ich auch das schaffen kann. Andere tun das. Egal in welcher Zeit. Also kann ich das auch.

Was erwarte ich von anderen?

„Was erwarte ich von mir?“ sollte dabei die einzige Frage sein, die ich mir stelle. Früher hätte ich mich gefragt, was ich von anderen zu erwarten hätte.

Ich muss also nur an mir selbst arbeiten!

Kennenlernen extrem

Jetzt geht es langsamer weiter. Aber das wichtigste ist, dass es trotzdem weitergeht. Also laufe ich. Seit der letzten Verpflegung habe ich nun auch eine moralische Begleitung an meiner Seite. Thorsten und ich haben uns zusammengetan, um die letzten „paar Kilometer“ noch schnell abzureißen.

Das habe ich schon zu Anfang am Ultra-Laufen geliebt. Es ist für uns heutzutage ein Art Extrem-Situation, bei der man Mitläufer intensiv und anders kennenlernt. Manche beachtet man nur kurz. Aber mit anderen tauscht man sich über das ganze Leben aus. So war es auch bei Thorsten. Ich habe seine Geschichte gehört. Er ist echt ein Wahnsinniger. Noch vor 2 Wochen ist er am Wochenende einen 170 km-Trail gelaufen.

Echte Überraschung

Mitten in der Nacht laufen wir durch ein kleines Dorf. Es herrscht Totenstille. Einzig unsere Schritte sind zu hören. Doch jetzt setzt auf einmal die Glocke der Kirche ein. Es ist Mitternacht. Was macht Thorsten? Gratuliert mir. Das hatte ich schon vergessen.

Wir waren am Morgen zuvor gestartet und nun war der nächste Tage angebrochen. Mein Geburtstag. Nur ganz beiläufig hatte ich ihm vor dem lauf gesagt, dass ja morgen ein neues Jahr für mich startet. Er hatte sich daran erinnert. Und er gratulierte mir. Ich war echt baff!

Es tut weh

Das war eine super Ablenkung von den Schmerzen die sich an immer anderen Stellen einstellten. Reibungen traten auf an einigen Stellen am Körper. Nicht alles ist vorauszusehen. Eben das echte Leben.

Aber nun hatte ich einen starken Motivator an meiner Seite. Langsam kamen wir auch meiner persönlichen Schallmauer näher. 100 km. Das fühlte sich eigenartig und großartig zugleich an.

Wir verliefen uns noch einige Male. In der Nacht war das manchmal nicht so einfach und es zehrte auch am Willen zum weitermachen. Doch was dachte ich da eigentlich? Jetzt waren wir schon 105 km unterwegs. Verdammt! 105.000 Meter! Mehr als 100.000 Schritte. Ich fass es nicht. Also gab ich mir selbst innerlich eine Ohrfeige.

„Du bist bis hierher gelaufen. Auch wenn du ab jetzt nur noch spazierend vorwärts kommst. Mach das Ding zu Ende!“

Kein Zurück mehr

Es wäre wirklich dämlich gewesen jetzt noch aufzugeben. Wo ich doch schon so viel investiert hatte. Da spüle ich doch nicht einfach alles die Toilette runter!

Das war der Punkt an dem es kein Zurück mehr gab!

Also nahm ich mich zusammen. Damals kannte ich dieses 30%-Ding noch nicht. Das hätte mir bestimmt geholfen. Rückblickend kann ich aber feststellen: Ich war bei vielleicht 90% meiner echt verfügbaren Kraft angelangt. Ich war stolz!

Es zog sich aber. Auf den letzten Kilometern schienen viele Momente einfach nicht enden zu wollen. Man ist gefangen im aktuellen Moment. Ich hätte ja auch etwas anderes machen können. Zumal es mein Geburtstag war. Aber ich hatte mich entschieden hier zu sein und den Arsch hoch bekommen, also würde ich mich jetzt nicht einfach setzen. Das konnte noch ein paar Kilometer warten.

Das war so ein Moment. Da merkte ich wie viel mehr wirklich möglich ist. Auch das Gelände war jetzt gefühlt mehr auf meiner Seite. Wir liefen lange auf einer kleinen Straße an einem Bach entlang und es ging leicht bergab. Das half mir viel. Tap. Tap, tapp, tapp. Weiter. Schritt für Schritt.

Großartiges Ende

Endorphine strömen wieder durch den Körper. Die körpereigenen Drogen bringen mich voran. An das Ergebnis erinnert man sich. Also ist aufgeben absolut keine Alternative!

„Lauf, Forest! Lauf!“ schrie mein Inneres mir entgegen.

Der Dämon war weg. Er war besiegt. Für dieses Mal.

Wahrscheinlich ruht er sich jetzt aus. Ist bestimmt müde nach 16 Stunden, dieser Angsthase.

Ich trat in das Haus, das neben dem Ziel lag. Endlich war es geschafft. Nach 16:19:00 h waren Thorsten und ich am Ziel. Unbeschreiblich! Jeder fiel jedem in die Arme!

Ich hätte in diesem Moment die ganze Welt umarmt. Mir tat zwar alles an meinem Körper weh, aber ich war lange nicht so stark zufrieden und glücklich gewesen! Dafür hatte es sich echt gelohnt.

Eine Frage der Sichtweise

Ich war wieder nahe bei mir selbst und der Natur. Die zauberhafte Umgebung hatte mich 979 Minuten lang begleitet. Das sind für andere zwei lange, öde Arbeitstage, an denen sie nur an den Feierabend denken. Doch ich konnte jetzt vieles in meinem Leben feiern.

Welch ein Glück geboren zu sein. Welch eine Freude am Leben zu sein! Was für eine Extase den inneren Feind besiegt zu haben! Es war nach 2 Uhr morgens. Lange konnte ich nicht schlafen. Überwältigend!

Rückblickend denke ich immer wieder, wie genial es war, diese Erfahrung machen zu dürfen. Ich bin zutiefst berührt von allem, was in diesem Leben möglich ist. Ich denke an all die Menschen, die mich auf dem Weg zu mir selbst und auf diesem Lauf begleitet haben.

Ein entscheidender Baustein in meinem Leben! Es erlaubt mir zu erkennen, dass (fast) nichts unmöglich ist. Jetzt wird mir einiges klar. Ich denke, die Träume, die wir haben, kommen aus einem bestimmten Grund zu uns. Sie wollen unser echtes Potenzial zeigen. Nicht 30%. Komplette 100%!

Vertrauen ist notwendig

Aber Vertrauen ist notwendig. Wenn du bereit bist den ersten Schritt zu tun, eröffnen sich so viele neue Möglichkeiten. Vertrauen erzeugt Vertrauen.

Ein selbstbestimmtes, zauberhaftes Leben wird Realität!

Ich bin nicht religiös. Aber ich glaube an folgendes: Gib und dir wird gegeben.

Wenn du es schaffst dich selbst aus dem tiefsten Schlamm zu ziehen und dich aufrichtest und damit ein leuchtendes Beispiel bist, dann darfst du auch stolz auf dich sein. Nicht überheblich oder eingebildet.

Du kannst Licht ins Leben anderer bringen. Das kannst du durch dein Handeln,mit deinem Beispiel. Nicht Worte sind es, die dich ausmachen. Am Ende zählen deine Taten.

Knacke jetzt deinen 30%-Dämon

Vertraue dir jetzt. Du hast enormes Potenzial!

Fange an dich viel weiter zu entfalten.

Bist du bereit, gutes in deinem Leben zu erschaffen?

Hier findest du 20 praktische Ideen, um wirklich vorwärts zu kommen:

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